Wohnturm Chisti

Wohnturm Chisti
Wohnturm Chisti; Südseite

Wohnturm Chisti; Südseite

Staat Schweiz
Ort Lumbrein
Entstehungszeit um 1316
Burgentyp Höhenburg
Erhaltungszustand Erhalten
Bauweise Bruchstein
Geographische Lage 46° 41′ N, 9° 8′ O46.6829722222229.13533333333331400Koordinaten: 46° 40′ 58,7″ N, 9° 8′ 7,2″ O; CH1903: 729797 / 171597
Höhenlage 1400 m ü. M.
Wohnturm Chisti (Kanton Graubünden)
Wohnturm Chisti (Kanton Graubünden)
Ostseite

Der Chisti (rätoromanisch für Schloss, auch Turm) ist ein mittelalterlicher Wohnturm am Südrand des Dorfes Lumbrein in der Val Lumnezia im schweizerischen Kanton Graubünden.

Geschichte

Der Wohnturm wurde gemäss dendrochronologischen Untersuchungen um 1316 erbaut, vermutlich über den Mauern eines Vorgängerbaus. Der eigentliche Wohnbereich des Gebäudes wird im Norden durch eine massive Schildmauer geschützt. Ein Graben gegen Norden und das Dorf hin wurde längst eingeebnet. Der Turm ist mit einem gegen Süden abfallenden Pultdach gedeckt. Auf der Ostseite liegt im 3. und 4. Geschoss je ein Hocheingang, die originale Eisentür des unteren Eingangs ist noch erhalten.

Der mittelalterliche hölzerne Vorbau vor den Eingängen ist über eine Treppe auf gemauertem Sockel von Norden her erreichbar. Auf allen Seiten finden sich Schmalscharten und Rundbogenfenster mit Tuffgewänden. Die grösseren Fenster- und Türöffnungen stammen von nachmittelalterlichen Umbauten. Die oberen Geschosse des südlichen Teils wurden nach teilweiser Zerstörung im 19. Jahrhundert in Strickbauweise wieder aufgebaut.

Der Turm war vermutlich der Stammsitz der Herren von Lumerins. Seit mindestens der Mitte des 16. Jahrhunderts ist er im Besitz der Familie Capaul und wird immer noch bewohnt. Im Innern finden sich originale Balkendecken sowie spätgotisches geschnitztes Täferfragment mit den Wappen der Werdenberger und Brandis aus dem Ende des 15./Anfang des 16. Jahrhunderts.

1969–70 wurde das Gebäude von Peter Zumthor aufwändig restauriert.

Literatur

  • Otto P. Clavadetscher, Werner Meyer: Das Burgenbuch von Graubünden. Orell Füssli. Zürich/Schwäbisch Hall 1984, ISBN 3-280-01319-4.
  • Erwin Poeschel: Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden. Band IV. Birkhäuser Verlag, Basel 1942, S. 200.
Commons: Wohnturm Chisti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Wohnturm Casti auf burgenseite.ch.
  • Casti da Lumbrein (Chisti) auf burgenwelt.org
  • Wohnturm Chisti auf baukultur.gr.ch.
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